Groß oder schnell


Das Problem, die richtige Festplatte zu finden und sie richtig anzuschließen.

Eine in IT-Zeiträumen gemessene Ewigkeit ging es bei Desktop-Festplatten sehr übersichtlich zu. Alles war SATA, alles drehte sich, lediglich bei Notebooks musste man aufpassen, keine zu große Platte zu erwischen, die nicht ins Gehäuse passt.
Seit ein paar Monaten ist alles anders und nichts mehr einfach. Ja, die „guten alten“ Festplatten gibt es noch, diese entwickeln sich nach wie vor in erster Linie aber in Richtung Kapazität. Gerade wurden die ersten Modelle mit sagenhaften 16TB angekündigt.
Aber erstmal braucht man ja etwas, um sein Betriebssystem zu starten und vielleicht noch das eine oder andere Programm zu installieren. Da ist man mit 120, 250 oder 500GB schon versorgt. In dieser Größenklasse kommen mehr und mehr sogenannte M.2-Module zum Einsatz und die gute alte SATA-Schnittstelle wird zum Flaschenhals. Denn während eine rotierende Festplatte üblicherweise zwischen 100 und 180MB/s und SATA-SSDs bis zu knapp 600MB/s liefern können, bieten aktuelle M.2-Module mal eben das 20fache! Fast 3000MB/s zeigte uns das Benchmarkprogramm kürzlich in einem Test an. Die „Schwuppdizität“ eines so ausgestatteten PCs ist einfach atemberaubend. Aber einen Haken hat die Geschichte: Denn M.2 ist nicht gleich M.2.

Speed

 

Sowohl bei den Modulen selbst als auch bei den Schnittstellen können Hersteller Einsparungen vornehmen, um einen günstigeren Preis zu realisieren. Das ist sicher berechtigt, schließlich fährt auch nicht jeder Ferrari, aber insbesondere beim Um-und Aufrüsten lauern Fallstricke, deren man sich bewusst sein sollte. So gibt es auch bei M.2-Modulen die Möglichkeit, die Datenübertragung im SATA-Modus laufen zu lassen. Das begrenzt aber den Durchfluss auf die maximale SATA-Geschwindigkeit von 600MB/s. Moderner ist die Datenübertragung via PCI-Express. Preiswerte Chipsätze stellen dafür 2 Kanäle, sogenannte Lanes im PCIe 2.0-Standard bereit. Marketingstrategen haben sich dafür die schöne Bezeichnung M.2 10G ausgedacht, da die Schnittstelle nominal 10Gbit/s leisten kann, was einer Datenübertragung von ca. 800MB/s entspricht. Etwas mehr als SATA, aber noch nicht wirklich beeindruckend.
Auf höherwertigen Mainboards wie z.B. in den Celsius W550 stellt der Chipsatz 4 PCIe 2.0 Lanes bereit und ermöglicht so eine Verdopplung dieser Bandbreite. Und der jüngste Sproß der Entwicklung sind PCIe 3.0 Lanes, die pro Kanal nicht mehr nur 5 sondern 8Gbit/s übertragen können, was Übertragungsraten von über 3000MB/s ermöglichen würde. Davon sind die derzeit verfügbaren Module noch etwas entfernt, aber bei der Rasanz, die diese Entwicklung in den letzten Monaten vorgelegt hat, wird das sicher nicht mehr so lange dauern.

SSD Festplatte M2 PCIe Schnittstelle


Read 759 times Last modified on Freitag, 11 August 2017 09:45

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